Konzept

Die Anforderungen eines Musizierens auf höchstem Niveau setzen eine gezielte, vielseitige und kontinuierliche Förderung von Anfang an voraus. Begabtenförderung muss deshalb im Kindesalter beginnen. 

Aus diesem Grund wurde im Jahre 2000 auf Initiative von Prof. Bernd Goetzke das "Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter" (IFF) gegründet und als regulärer neuer Studiengang für Kinder und Jugendliche ab ca. 13 Jahren in die Hochschule integriert.

Vor allem durch sein integratives Ausbildungskonzept setzt das IFF mit diesem in seiner Art in Deutschland immer noch einmaligen "Frühstudium Musik" Maßstäbe.

Nach bestandener Aufnahmeprüfung dauert das schulbegleitende Frühstudium drei Jahre.
Die Frühstudierenden – pro Jahrgang ca. acht bis zehn - sind in der Regel 13 bis 18 Jahre alt.         
Der Unterricht findet in der Vorlesungszeit der Hochschule statt, wird vor allem am Wochenende erteilt und basiert auf den drei Hauptfächern Instrument bzw. Gesang oder Komposition, Musiktheorie/Gehörbildung und Rhythmische Erziehung. Zusatzangebote (Projekttage und Akademien, s. Sommerakademie) ergänzen das Früh-Studium und geben den IFF-Studierenden wesentliche Impulse.
Weitere Informationen zu den Studienfächern

Um die jungen Musikerinnen und Musiker nicht nur durch kontinuierliche professionelle Betreuung zu fördern, wurden auch neue Wege in der Abstimmung mit den allgemeinbildenden Schulen beschritten. Das IFF steht dabei in ständigem und engem Austausch mit dem niedersächsischen Kultusministerium, das für das IFF die Stelle "Pädagogische Koordination" geschaffen hat. Eine durch Erlass des Kultusministeriums von der niedersächsischen Landesschulbehörde abgeordnete gymnasiale Lehrkraft ist zuständig für die Koordination zwischen den allgemeinbildenden Schulen und dem IFF. Sie ist zugleich Mitglied im "Beratungsteam Hochbegabtenförderung" der Landesschulbehörde Hannover und im Ausschuss "Schule und Begabtenförderung" des Landesmusikrats Niedersachsen.

Für die Heranführung noch jüngerer Jahrgänge wurde 2004 eine Vorklasse gegründet, das „VIFF“. Die Vorklasse des IFF nimmt nach einer Eignungsprüfung musikalisch besonders begabte Kinder in der Regel ab dem neunten Lebensjahr auf und bietet samstags Unterricht für Kleingruppen in den Fächern Musiktheorie und Rhythmus in der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover an, der methodisch und systematisch mit den Lehrplänen des IFF abgestimmt ist.
Curricular auf sechs Semester angelegt, beginnt der Unterricht jeweils mit dem Sommersemester und orientiert sich zeitlich an den offiziellen Unterrichtsphasen bzw. Schulferien des Landes Niedersachsen. Die Lehrformen und -inhalte sind dabei an die Hauptfächer im IFF (siehe Studieninformationen IFF und Studieninformationen VIFF) angelehnt.

An einem gemeinsamen Wochenende vertiefen und erweitern die Schülerinnen und Schüler des VIFF ihre musikalischen Kenntnisse in ergänzenden Workshops (Improvisation, Stimme/Singen, Rhythmik/Bewegung, Ensemblearbeit, Einstudierung und Aufführung von Opernarrangements) im Rahmen der jährlich stattfindenden VIFF-Winterakademie.

Von 2008 bis 2019 wurde das Unterrichts- und Fördermodell der Vorklasse (VIFF) in enger Zusammenarbeit zwischen dem IFF, dem Niedersächsischen Kultusministerium und dem Landesverband niedersächsischer Musikschulen als Projekt VIFF-regional in die Regionen Niedersachsens hinein erweitert und auf fünf Partner-VdM-Musikschulen übertragen. Dieses Frühförderkonzept verzahnte musikalische Spitzenförderung und Breitenbildung in Niedersachsen wirkungsvoll und nachhaltig.

Seit 2020 setzt der Landesverband niedersächsischer Musikschulen mit dem Programm "young professionals", das sich gezielt an musikalisch besonders motivierte Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 14 Jahren richtet, die Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie dem IFF fort. Einbezogen ist auch das Institut für Musik an der Hochschule Osnabrück.

 

Zuletzt bearbeitet: 25.02.2021

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